An­drea Helten

Fa­mily plan­ning as trans­gender

Als Trans­person Kinder be­kommen

Trans­gender und Schwan­ger­schaft

In den letzten Jahren ist das Thema Trans­gender zu­neh­mend in den me­dialen Blick­punkt ge­treten. Zeit­gleich hat die Me­dizin große Fort­schritte er­rungen, die wie­derum für die welt­weite Trans-Szene si­cher­lich in­ter­es­sant sein dürften. Und auch, wenn wir mit Schwan­ger­schaft und Ge­burt zu­nächst und tra­di­tio­nell eher Sta­tionen im Leben einer Frau as­so­zi­ieren, ist hier eine Wei­tung des Per­spek­tive ge­fragt.

Trans­männer mit Bart und ku­gel­runden Schwan­ger­schafts­bäu­chen – dieser An­blick mag für manche neu und un­ge­wohnt sein. Nicht zu­letzt je­doch, seit der Brite Freddie Mc­Con­nell seine Schwan­ger­schaft im Rahmen der fil­mi­schen Do­ku­men­ta­tion „Se­ahorse“ pu­blik ge­macht hat, darf das Thema El­tern­schaft sich neuen Mög­lich­keiten öffnen.

Der Be­griff „Trans­mann“ und „Trans­frau“

Grund­sätz­lich spricht man von „Trans­ge­schlecht­li­chen-Per­sonen“, wenn sich eine Person nicht mit dem Ge­schlecht iden­ti­fi­ziert, das bei der Ge­burt ein­ge­tragen wurde. Trans­gender-Per­sonen können bei­spiels­weise mit Ge­bär­mutter und Ei­er­stö­cken ge­boren werden, sich je­doch dem männ­li­chen Ge­schlecht zu­ge­hörig fühlen. Sie können durch zum Bei­spiel die Ein­nahme von Hor­monen und/oder ge­schlechts­mo­di­fi­zie­renden Ope­ra­tionen für eine An­nä­he­rung an das männ­liche Ge­schlecht sorgen. So­ge­nannte Trans­männer können, müssen aber nicht über eine Ge­bär­mutter und Ei­er­stöcke ver­fügen.

Von Trans­frauen spricht man, wenn Per­sonen sich als Frauen iden­ti­fi­zieren, ob­wohl ihnen bei der Ge­burt das männ­liche Ge­schlecht zu­ge­ordnet wurde. Da­neben gibt es eine Viel­zahl an Trans­gender-Per­sonen, wie zum Bei­spiel nicht-bi­näre Men­schen oder Men­schen mit flie­ßendem Ge­schlecht.

Trans-Men­schen und Kin­der­wunsch

Es gibt bis­lang keine ver­läss­li­chen Zahlen dar­über, wie­viel Trans­gender-Per­sonen Schwan­ger­schaften aus­tragen. Eine Studie aus Bel­gien aus dem Jahr 2020 mit dem Namen „El­tern­wunsch und Fer­ti­li­täts­er­halt bei in Bel­gien le­benden Trans­gender-Per­sonen, die bei der Ge­burt als weib­lich ein­ge­stuft wurden“ zeigte es: 39% der be­fragten Per­sonen hegten den Wunsch, El­tern zu werden. Was hält sie davon ab? Neben Ängsten wie der Angst vor Dis­kri­mi­nie­rung des Kindes, an­ge­nom­mener Auf­wand und Schwie­rig­keiten bei Ad­op­ti­ons­ver­fahren sieht al­lein die recht­liche Lage kom­plex aus. Denn in vielen Län­dern geht eine recht­liche Ge­schlechts­an­glei­chung oft­mals mit einer Zwangs-Ste­ri­li­sa­tion einher. Al­lein in 24 Län­dern in Eu­ropa ist das der Fall, zum Bei­spiel in Bel­gien, Ita­lien, der Schweiz oder Frank­reich.

Die recht­liche Lage in Deutsch­land

2011 ent­schied das Bun­des­ver­fas­sungs­ge­setz, dass die für die Per­so­nen­stands­än­de­rung an­ge­wie­sene Zwangs­ste­ri­li­sa­tion von Trans­gender-Per­sonen nicht grund­rechts­kon­form sei. Bis dahin hatte sich jede Person, die ent­schieden hatte, ihren Vor­namen und Per­so­nen­stand zu än­dern, auf das Recht der El­tern­schaft ver­zichten müssen. Seit 2011 er­leben wir in Deutsch­land somit eine wach­sende Zahl an Le­bens­ent­würfen, die auch Kin­der­wunsch und El­tern­schaft ein­schließen.

Für Trans­gender-Per­sonen mit Kin­der­wunsch gibt es ei­niges zu be­achten. So gibt der Bun­des­ver­band Trans* in seiner of­fi­zi­ellen Bro­schüre „Leit­faden Trans*Gesundheit“ unter dem Stich­wort „Kin­der­wunsch“ zu be­denken, dass sich grund­sätz­lich der Kin­der­wunsch und das Trans*sein nicht aus­schließen. Je­doch:

„Da manche körpermodifizierende Be­hand­lungen die Fortpflanzungsfähigkeit einschränken, sollte in der Vor­be­rei­tung über einen möglichen Kin­der­wunsch ge­spro­chen werden. Viel­leicht wird die Kon­ser­vie­rung von Sper­mien oder der Er­halt von Fort­pflan­zungs­or­ganen gewünscht. Zusätzlich sollte über die Möglichkeiten von Pfleg­schaft und Ad­op­tion in­for­miert werden.“ (Quelle)

frau mit blumen

Trans­männer und Kin­der­wunsch

Im deutsch­spra­chigen Raum gibt es bisher keine For­schung zum Thema Trans­schwan­ger­schaft. Es wurde je­doch öfter über Schwan­ger­schaften von Trans­män­nern be­richtet. Den­noch hält sich die Fehl­in­for­ma­tion, dass bio­lo­gisch weib­liche Men­schen mit der Ein­nahme von Tes­to­steron mög­li­cher­weise un­fähig zur Emp­fängnis werden. Wichtig ist hier in erster Linie, ob im Zuge einer ge­wünschten Mas­ku­li­ni­sie­rung die Ge­bär­mutter und Ei­er­stöcke ope­rativ ent­fernt wurden oder nicht. Denn so­lange Ge­bär­mutter und Ei­er­stöcke be­stehen, ist die Mög­lich­keit einer Frucht­bar­keit ge­währ­leistet. Und zwar auch dann, wenn Hor­mon­prä­pa­rate auf der Basis von Tes­to­steron ein­ge­nommen werden.

Trans­gender und künst­liche Be­fruch­tung

Zu einem po­si­tiven Er­gebnis kommt hier eine der ersten Stu­dien, die sich dem Thema Künst­liche Be­fruch­tung bei weib­lich-männ­li­chen Trafns­gender-Pa­ti­enten ge­widmet hat. Für die Studie wurde die Ei­zel­len­aus­beute mit der von Cis-Pa­ti­en­tinnen (Per­sonen, die bei ihrer Ge­burt mit dem weib­li­chen Ge­schlecht ein­ge­tragen wurden und sich auch mit diesem iden­ti­fi­zieren) ver­gli­chen. Laut der Studie können Me­thoden der Künst­li­chen Be­fruch­tung her­vor­ra­gende Er­geb­nisse er­zielen.

Trans­frauen und Kin­der­wunsch

Not­wendig für eine Schwan­ger­schaft ist eine in­takte Ge­bär­mutter sowie funk­ti­ons­fä­hige Ei­er­stöcke. Doch muss diese un­um­stöß­lich bei einer Frau vor­handen sein? Die Me­dizin ist mitt­ler­weile in der Lage, Ge­bär­mütter zu trans­plan­tieren. Somit könnte eine Trans­frau rein theo­re­tisch nicht nur „Vä­terin“ sein, son­dern gleich­zeitig Mutter eines ei­genen Babys. Auch wenn es bis dahin ein weiter Weg ist, der An­fang ist ge­macht. Be­reits 2013 ver­pflanzte der schwe­di­sche Gy­nä­ko­loge Mats Bränn­ström erst­mals einer Frau die Ge­bär­mutter einer Spen­derin. Ein Dut­zend Kinder sind bis­lang nach einer Ge­bär­mut­ter­trans­plan­ta­tion ge­boren.

Trans­gender und So­cial Free­zing

Für Men­schen mit einer an­ge­bo­renen Ge­bär­mutter da­gegen ist die Mög­lich­keit der so­ge­nannten Kryo­kon­ser­vie­rung in­ter­es­sant. Hier werden Ei- oder Sa­men­zellen mit­tels flüs­sigem Stick­stoff tief­ge­froren und zu einem spä­teren Zeit­punkt für die Be­fruch­tung wie­der­ver­wendet.

Das Bun­des­mi­nis­te­rium für Fa­milie, Se­nioren, Frauen und Ju­gend (BMFSFJ) rät auf seinen In­fo­seiten des Re­gen­bo­gen­por­tals dazu, vor jeder ge­planten kör­per­li­chen Ge­schlechts­an­glei­chung in jedem Fall den op­ti­malen Zeit­punkt der Kon­ser­vie­rung ei­gener Keim­zellen mit­zu­denken. Hier sind vor allem En­do­kri­no­lo­ginnen und En­do­kri­no­logen die ersten An­sprech­per­sonen.

Hoff­nung auf me­di­zi­ni­schen Fort­schritt

Lang­fristig wird es viel­leicht ir­gend­wann mög­lich sein, die Fort­pflan­zung vom bio­lo­gi­schen Ge­schlecht voll­ständig zu ent­kop­peln. Ein ja­pa­ni­scher For­scher ar­beitet be­reits daran, Kör­per­zellen in Stamm­zellen zu ver­wan­deln, um daraus Keim­zellen (also Sper­mien und Ei­zellen) zu züchten. Bei Ver­su­chen mit Mäusen war er schon er­folg­reich und konnte so Em­bryonen ge­winnen.

Bis dahin ist es noch ein langer Weg. Es bleibt zu hoffen, dass die Mög­lich­keiten für Trans­gender-Per­sonen auf dem Weg zum ei­genen Kind mit dem me­di­zi­ni­schen Fort­schritt steigen. Und dass die ge­sell­schaft­liche und so­ziale Stig­ma­ti­sie­rung für Trans­gender-Per­sonen lang­fristig ab­nimmt.

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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