Chris­tina Klei­nert

Brust­krebs und Kin­der­wunsch

Jähr­lich er­kranken rund 70.000 Frauen al­lein in Deutsch­land neu an dem Mam­ma­kar­zinom, wie Brust­krebs kor­rek­ter­weise heißt. Damit stellt er die häu­figste Krebs­er­kran­kung bei Frauen dar – und ist zu­recht ge­fürchtet. Jede achte Frau er­hält hier­zu­lande zeit ihres Le­bens die Dia­gnose. Zu­sätz­lich sind viele Frauen durch er­krankte Mütter, Freun­dinnen oder Be­kannte schon einmal mit der Krank­heit in Be­rüh­rung ge­kommen. Die Sorge, selbst zu er­kranken, ist also groß.

Kinderwunsch trotz Brustkrebs

Die Dia­gnose als starke Be­las­tung

Ge­rade bei Frauen im ge­bär­fä­higen Alter ist Brust­krebs dop­pelt schmerz­lich. Denn früher war eine Krebs­er­kran­kung prak­tisch gleich­be­deu­tend mit dem Ab­schied vom Kin­der­wunsch: Starke Che­mo­the­ra­pien schä­digten die Ei­er­stöcke nach­haltig und er­stickten die Frucht­bar­keit so­zu­sagen im Keim.

Hier gibt es gleich zwei gute Nach­richten. Ers­tens steigt die Über­le­bens­rate seit Jahr­zehnten kon­ti­nu­ier­lich an: Fünf Jahre nach der Dia­gnose sind fast 90 Pro­zent der Pa­ti­en­tinnen noch am Leben. Zwei­tens gibt es heut­zu­tage ei­nige Ver­fahren, um Krebs­er­krankten ihren Wunsch nach einem leib­li­chen Kind doch noch zu er­füllen.

Che­mo­the­ra­pien und die Frucht­bar­keit

Der Sinn einer Che­mo­the­rapie ist es, das schnelle Wachstum von Tu­mor­zellen zu stoppen. Diese Zellen sollen ge­schä­digt werden. Nun werden durch die Che­mo­the­rapie und deren Me­di­ka­tion aber auch ge­sunde Zellen be­schä­digt. Zum Bei­spiel kann im Be­reich der weib­li­chen Ge­schlechts­or­gane auch Ei­er­stock­ge­webe nach­haltig zer­stört werden. Dass sich der­ar­tige Be­schä­di­gungen auf den weib­li­chen Zy­klus – und damit auf die Fer­ti­lität – aus­wirken, ist nach­voll­ziehbar. Das Ri­siko für das Aus­bleiben der Regel nach einer Chemo liegt bei bis zu 68 Pro­zent.

Fruchtbar trotz Krebs­dia­gnose

Wie kann also die ei­gene Fer­ti­lität nach einer Brust­krebs­the­rapie er­halten bleiben? Das ist die ent­schei­dende Frage. Um sie zu be­ant­worten, sind viele ver­schie­dene Fak­toren zu prüfen, z.B.

  • Ist der Tumor hor­mon­ab­hängig oder ‑un­ab­hängig?
  • Welche Krebs­be­hand­lung ist an­ge­dacht?
  • Wie alt ist die Frau?
  • Wie sieht es be­züg­lich der ova­ri­ellen Re­serve der Frau aus?

Meist sind Mam­ma­kar­zi­nome hor­mon­ab­hängig, das heißt der Tumor wird durch die weib­li­chen Ge­schlechts­hor­mone Ös­trogen oder Pro­ges­teron in seinem Wachstum an­ge­regt.

In­fol­ge­dessen braucht es nach einer Ope­ra­tion bzw. nach einer Che­mo­the­rapie meist eine län­gere an­ti­hor­mo­nelle Me­di­ka­tion. Hier­durch sinkt die Fer­ti­lität. In­so­fern ist es wichtig, den Kin­der­wunsch be­reits vor Be­ginn einer Krebs­the­rapie mit dem Arzt / der Ärztin ab­zu­spre­chen.

Kin­der­wunsch bei Krebs: Maß­nahmen

Es gibt eine Reihe von Me­thoden, die ge­währ­leisten sollen, dass die Frucht­bar­keit auch nach über­stan­dener Krebs­be­hand­lung ge­geben ist, so­wohl bei Brust­krebs als auch bei an­deren Krebs­arten. Das ist zum Bei­spiel die Kryo­kon­ser­vie­rung von Ei­zellen. Hierbei wird un­ter­schieden zwi­schen dem Me­dical Free­zing, das me­di­zi­nisch be­grün­dete Ein­frieren von Ei­zellen, und dem So­cial Free­zing, das aus pri­vaten, be­ruf­li­chen und fi­nan­zi­ellen Gründen er­folgt. Beim Me­dical Free­zing werden der Frau im Vor­feld ihrer Be­hand­lung genau wie beim So­cial Free­zing via Punk­tion Ei­zellen ent­nommen. Diese werden an­schlie­ßend in flüs­sigem Stick­stoff bei Minus 196 Grad ein­ge­froren und so für einen spä­teren Zeit­punkt haltbar ge­macht. Vor der Ent­nahme der – meist un­be­fruch­teten – Ei­zellen müssen die Ei­er­stöcke hor­mo­nell sti­mu­liert werden. Nach der er­folg­reich ab­ge­schlos­senen Krebs­be­hand­lung können die Ei­zellen dann auf­ge­taut, künst­lich via IVF be­fruchtet und an­schlie­ßend wieder ein­ge­setzt werden. Die Ge­fahr, dass die ova­ri­elle Sti­mu­la­tion bei Pa­ti­en­tinnen mit hor­mon­ab­hän­gigem Krebs das Wachstum von Tu­mor­zellen ver­an­lasst, ist lauf Fach­leuten ge­ring.

Auch die Kryo­kon­ser­vie­rung von Ei­er­stock­ge­webe ist heut­zu­tage eine eta­blierte Me­thode, um die Frucht­bar­keit zu er­halten. Per Bauch­spie­ge­lung wird etwa ein halber Ei­er­stock ent­nommen und ein­ge­froren. Zu einem spä­teren Zeit­punkt kann er so wieder trans­plan­tiert werden.

Me­di­zi­nisch mög­lich ist auch die Nut­zung von GnRHa. Hinter der sper­rigen Ab­kür­zung ver­bergen sich so­ge­nannte Go­na­do­tropin-Re­leasing Hor­mone Ago­nisten, die – als mo­nat­liche oder drei­mo­na­tige Spritze ver­ab­reicht — die Ei­er­stöcke wäh­rend einer Che­mo­the­rapie in „Schlaf­stel­lung“ bringen. So sollen diese ge­schützt werden, denn die Ei­zellen reifen nicht heran. Die Gabe von GnRHa er­folgt un­mit­telbar vor Be­ginn der Che­mo­the­rapie und im wei­teren Ver­lauf der Be­hand­lung. Nach Ab­schluss der Che­mo­the­rapie, so hofft man, kommen die lahm­ge­legten Ei­er­stöcke wieder in den Funk­ti­ons­modus. Weil diese Me­thode noch nicht voll­ständig er­forscht ist, wird sie in Kom­bi­na­tion mit an­deren die Frucht­bar­keit er­hal­tenden Maß­nahmen durch­ge­führt.

Me­dical Free­zing: Zu­schuss von den Kassen

Be­son­ders die Kryo­kon­ser­vie­rungen sind stan­dar­di­sierte Me­thoden, die fi­nan­ziell be­wäl­tigt werden müssen. Ge­setz­liche Kran­ken­kassen in Deutsch­land tragen je­doch bei Krebspatient*innen an­teilig die Maß­nahmen zur Er­hal­tung der Frucht­bar­keit. Dazu ge­hört das Me­dical Free­zing. Eben­falls werden die Kosten für die spä­tere, not­wen­dige künst­liche Be­fruch­tung an­teilig über­nommen. Frag am besten früh­zeitig bei Deiner ei­genen Kran­ken­kasse nach, um Ge­naueres zu er­fahren.

Un­ter­stüt­zung beim Kin­der­wunsch mit Brust­krebs

Wohin kann man sich für wei­ter­füh­rende In­for­ma­tionen wenden? Pa­ti­en­tinnen mit Brust­krebs oder an­deren Krebs­arten und Kin­der­wunsch sei die Web­site von Fer­ti­PRO­TEKT ans Herz ge­legt. Hier haben sich Gynäkolog*innen und Reproduktionsmediziner*innen aus Deutsch­land, Ös­ter­reich und der Schweiz zu­sam­men­getan, um ins­be­son­dere Frauen bei der Be­ra­tung be­züg­lich fer­ti­li­täts­er­hal­tender Maß­nahmen vor der Che­mo­the­rapie zur Seite zu stehen. Damit be­kommt das Thema Kin­der­wunsch ge­rade in der On­ko­logie einen be­son­deren Stel­len­wert zu­ge­schrieben, das es jahr­zehn­te­lang wegen des Fokus auf die Aus­mer­zung der Krebs­zellen nicht hatte. Ein Be­ra­tungs­ge­spräch mit einem Spe­zia­listen ist hier an­ge­raten.

Hilf­reich bei der Aus­wahl der frucht­bar­keits­er­hal­tenden Maß­nahmen ist auch die Seite von Fer­tiOnco des Uni­ver­si­täts­spi­tals Basel. Hier finden sich wei­tere In­for­ma­tionen zu Krebs und Frucht­bar­keit und ins­be­son­dere ein in­ter­ak­tives Ent­schei­dungs-Tool.

Wie wir helfen

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

Du möch­test Dich weiter über Kin­der­wun­sch­zen­tren, Er­folgs­raten und Preise in­for­mieren, melde Dich gerne über diesen Fra­ge­bogen bei uns. Wir be­raten Dich kos­tenlos und un­ver­bind­lich.

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