An­drea Helten

Kin­der­wun­schreise mit The­resia

Uns war klar: Ein ei­genes Kind braucht eine Menge Or­ga­ni­sa­tion

Schon vor un­serer Be­geg­nung war uns beiden un­ab­hängig von­ein­ander klar, dass wir in der Zu­kunft einmal ein Kind haben wollten. Als wir uns Ende 2017 ken­nen­lernten – für uns beide ist es die erste Be­zie­hung mit einer Frau – hielten wir an diesem Wunsch fest. Wäh­rend un­serer Hoch­zeits­vor­be­rei­tungen im Sommer 2021 haben wir viele Ge­spräche ge­führt, auch über den ge­mein­samen Kin­der­wunsch. Die Hoch­zeit war für uns dann nochmal ein Schritt in Rich­tung „ge­mein­same Zu­kunft“. Es war also klar, wir wollen ge­meinsam ein Kind! Eben­falls war uns be­wusst: Das braucht eine Menge Or­ga­ni­sa­tion. In den Flit­ter­wo­chen haben wir uns Daten ge­setzt, wann wir das Thema an­gehen wollen. The­resia sollte das Kind aus­tragen, da waren wir uns einig.

Sonja Vorstellung

Auf der Suche nach dem für uns pas­senden Weg

Wir haben uns ei­nige Co-Fa­mily-Seiten im In­ternet an­ge­schaut, weil na­tür­lich die Mög­lich­keit eines in­ti­meren Vor­gangs der Fa­mi­li­en­grün­dung sehr reiz­voll war. Aber ir­gendwie hat unser Si­cher­heits­ge­fühl Alarm ge­schlagen. Wir wollten, dass recht­lich alles sauber über die Bühne geht und auf keinen Fall, dass ein Mann später noch An­sprüche stellen kann. Wir waren für klare Ver­hält­nisse und dass wir die El­tern sind. Na­tür­lich wollen wir, dass unser Kind seinen Vater ken­nen­lernen kann, wenn es das wünscht. Letzt­end­lich muss jedes Paar ent­scheiden, wel­cher Weg der pas­sende ist. Wir haben ver­sucht, bei der Wahl auf unser Bauchgefühl zu hören. Das hat uns bis jetzt sehr gut ge­leitet.

Wir sind re­lativ früh zu Fer­tilly ge­kommen, über In­sta­gram. Bei un­serem ersten Kon­takt hat Sonja mit uns ge­spro­chen und sie ist auch seitdem als Pa­ti­en­ten­be­treuerin an un­serer Seite. Ob­wohl wir uns schon für eine In­se­mi­na­tion ent­schieden hatten, war es total hilf­reich, dass Sonja alle Mög­lich­keiten der künst­li­chen Be­fruch­tung noch einmal mit uns durch­ge­gangen ist. Da­durch wurden ei­nige Dinge verständlicher für uns.

Wie­viel müssen wir vom Sa­men­spender wissen?

Wir haben uns für eine Klinik in un­serer Hei­mat­stadt Berlin sowie eine deut­sche Sa­men­bank ent­schieden. Es war auch eine dä­ni­sche Sa­men­bank im Ge­spräch. Dazu muss man wissen: Man muss einen großen Fra­ge­bogen aus­füllen, um die Prä­fe­renzen hin­sicht­lich der Merk­male des Sa­men­spen­ders zu nennen. Und je nach ge­wähltem Land und Sa­men­bank sind die In­for­ma­tionen de­tail­lierter. Bei der dä­ni­schen Sa­men­bank er­fuhren wir viel Per­sön­li­ches über den po­ten­ti­ellen Spender. Wir sahen Kin­der­fotos, lasen über Hobbys und konnten die Hand­schrift ein­sehen. Das war ein ko­mi­scher Mo­ment und wir fragten uns: „Ist es ethisch wirk­lich in Ord­nung, sich an­hand so vieler De­tails sein Wunsch­kind zu er­stellen?“

Bei der Zu­sam­men­ar­beit mit der deut­schen Sa­men­bank sind die Infos viel re­du­zierter. Der Sa­men­spender kommt aus Deutsch­land, wir wissen, was er be­ruf­lich macht. Mehr auch nicht. Wie wir die Aus­wahl ge­troffen haben? Wir haben uns an Ullis Phä­notyp — der  Ge­samt­heit aller Merk­male, die zum Aus­sehen führen —  ori­en­tiert, was uns am na­tür­lichsten er­schien.

Dank Fer­tilly konnten wir die War­te­zeit in un­serer Kin­der­wun­sch­klinik er­heb­lich kürzen und hatten in­ner­halb von we­nigen Wo­chen einen Erst­termin. Das war im No­vember 2021 und fühlte sich sehr er­leich­ternd an. Wir ent­schieden ge­meinsam mit dem Arzt, zu­nächst drei Ver­suche der In­se­mi­na­tion durch­zu­führen. Im De­zember dann haben wir uns, mit Un­ter­stüt­zung von Sonja, um die Bü­ro­kratie ge­küm­mert.

Doktor Beratung

Plötz­lich setzte meine Pe­riode ein. Das war der schlimmste Mo­ment.

Im Ja­nuar 22 war es so­weit: Der erste Ver­such fand statt. Der Ein­griff an sich war harmlos, die War­te­zeit da­nach umso schlimmer. Zwei Wo­chen hätten wir warten müssen. Schon ein paar Tage vorher setzte meine Pe­riode ein. Auch wenn wir wussten, dass die Chancen beim ersten Ver­such nicht sehr hoch standen, haben wir uns doch Hoff­nungen ge­macht und waren enttäuscht und traurig. Das war der schlimmste Mo­ment.

Weiter mit der In­se­mi­na­ti­ons­be­hand­lung oder lieber IVF? Keine leichte Ent­schei­dung

Den­noch spürten wir ganz klar den Im­puls: „Komm, wir ma­chen weiter!“. Der Arzt hat uns in dieser Si­tua­tion auch gut ab­ge­holt. Er emp­fahl mir, dass ich es beim zweiten Ver­such mit ein wenig hor­mo­neller Sti­mu­la­tion der Ei­zellen pro­bieren solle. Das würde die Er­folgs­quote stei­gern. Also habe ich für eine Woche an­ge­fangen, mir eine kleine An­fangs­dosis eines ei­zel­len­sti­mu­lie­renden Hor­mons zu spritzen. Das war er­folg­reich: Fünf Ei­zellen sind so her­an­ge­reift, was selbst den Arzt beim Ul­tra­schall sehr überrascht hat!

Auf­grund der nun aber sehr hohen Wahr­schein­lich­keit einer Mehr­lings­schwan­ger­schaft (Hallo?! Fünf­linge?!) standen wir plötz­lich vor der Frage: „Bre­chen wir die ak­tu­elle In­se­mi­na­ti­ons­be­hand­lung ab und warten wir auf den neuen Zy­klus, oder wech­seln wir die Be­hand­lungs­stra­tegie auf eine IVF?“

Der Arzt be­riet uns in dieser Ent­schei­dung sehr gut, und natürlich wollten wir im ak­tu­ellen Zy­klus fort­fahren. Der Wechsel auf eine IVF be­deu­tete gleich­zeitig einen sehr viel hö­heren fi­nan­zi­ellen Auf­wand, wel­chen wir so nicht ein­ge­plant hatten. An diesem Tag waren wir emo­tional ziem­lich aufgewühlt. Durch die fi­nan­zi­elle (und auch see­li­sche) Unterstützung un­serer Fa­mi­lien und un­serer Freunde haben wir uns je­doch re­lativ schnell für den Weg der IVF ent­schieden.

Jetzt muss alles schnell gehen. Sehr schnell.

Diese Ent­schei­dung be­deu­tete in der Praxis je­doch: Schnelles Han­deln, um die Ei­zellen nicht zu ver­lieren. Ich musste mir so schnell wie mög­lich aus der Apo­theke ein ei­sprung­hem­mendes Mittel be­sorgen und es so­fort in­ji­zieren. Und so saß ich noch am selben Tag auf­ge­regt und al­lein im Auto und spritzte mir das Me­di­ka­ment in den Ober­schenkel! Das war wirk­lich etwas gru­selig.

Und so kam der auf­re­gendste Part un­serer Kin­der­wunsch-Reise! Denn es hatten sich ins­ge­samt neun Eier ge­bildet. Diese wurden vier Tage später unter Voll­nar­kose ent­nommen und an­schlie­ßend be­fruchtet. Sechs davon ließen wir für später ein­frieren. Die rest­li­chen drei wurden im Labor weiter be­ob­achtet. Ins­ge­samt dau­erte dieser Pro­zess fünf Tage, bevor mir schließ­lich eins dieser drei Eier ein­ge­setzt wurde.

Frauen glücklich

Und wieder heißt es “Warten”

Nun hieß es er­neut, zu bangen und zu warten. Ob­wohl es diesmal „nur“ zehn Tage waren: Lasst es euch ge­sagt sein, das Warten ist wirk­lich schlimm!

Man macht sich viel zu viele Ge­danken und hört über­trieben stark in seinen Körper hinein. Ich bin grund­sätz­lich ein po­si­tiver Mensch, aber viel­leicht wollte ich mich selbst vor einer mög­li­chen Ent­täu­schung be­schützen. Daher war ich sehr skep­tisch ein­ge­stellt. Ulli hat uns mit ihrer po­si­tiven Kraft durch das Warten ge­tragen und ganz oft in diesen angst­vollen, frühen Tagen mit un­serem zu­künf­tigen Kind ge­spro­chen. Wir haben uns ge­gen­seitig durch diese Zeit ge­tragen. Gleich­zeitig haben wir viel mit un­serer Fa­milie und Freunden ge­spro­chen und auch von dieser Seite viel emo­tio­nale Unterstützung er­fahren. Am meisten hat uns aber der Traum von einem ge­mein­samen Kind und einer kleinen, ei­genen Fa­milie Kraft ge­geben.

Nach ei­nigen Tagen habe ich plötz­lich ge­spürt, dass es ge­klappt hatte. Und ich lag richtig. Es war früher Nach­mittag, als der er­lö­sende Anruf kam: „Sie sind schwanger!“ Die Freude war un­vor­stellbar für uns beide. Der kleine Em­bryo hat es sich wirk­lich gemütlich ge­macht und bleibt hof­fent­lich bei uns, das war/ist ein un­glaub­lich schönes und überwältigtes Gefühl.

Wir haben viel ge­lernt und sehr offen über alles ge­spro­chen

Dieser ganze Pro­zess war schon sehr be­son­ders für uns. So geht es wohl jedem Paar, das den Weg zum Kin­der­wunsch geht — ob nun mit Unterstützung oder ohne. Wir haben in jeder Etappe viel ge­lernt, viel und sehr offen darüber ge­spro­chen und ver­sucht, Schritt für Schritt zu denken. Jetzt, wo wir so auf die bis­he­rige Be­hand­lung zurückblicken, war das schon unser Motto: „Schritt für Schritt“. Das haben wir uns nach jedem Termin ge­sagt. Und das hat uns ge­holfen, etwas mehr mit un­seren Ge­danken im Mo­ment zu bleiben. Und wir sind sehr dankbar, dass es so „früh“ ge­klappt hat.

Für uns persönlich war es richtig, viel mit un­serer Fa­milie und Freunden zu spre­chen und sie ein­zu­weihen. Das sollte aber jedes Paar oder jede Sin­gle­frau für sich selbst ent­scheiden. Und so her­aus­finden, wel­cher Weg für sie der rich­tige ist. Dieser Pro­zess hat viel mit Er­war­tungs­druck zu tun und man sollte nur das tun, was einem selbst oder als Paar in diesem in­timen Pro­zess gut tut. Alles kann, nichts muss.

Feed­back zu Fer­tilly:

Wir haben uns bei Fer­tilly von An­fang an sehr gut auf­ge­hoben und ab­ge­holt gefühlt. Sonja hat schnell Ord­nung und Struktur in die In­for­ma­ti­ons­flut ge­bracht. Wir konnten (und können auch immer noch) sie je­der­zeit mit jeg­li­chen Fragen kon­tak­tieren. Vor allem bei sol­chen zum Ti­ming der Vor­be­rei­tungs- und Be­hand­lungs­zeit — „Wann müssen wir uns für eine Sa­men­bank, wann für einen Spender ent­schieden haben?“ — hat uns Sonja an die Hand ge­nommen. Da­durch haben wir uns immer auf der si­cheren Seite gefühlt. Man glaubt ein­fach nicht, wie viele De­tail­fragen in so einem Pro­zess immer wieder kurz­fristig auf­kommen, an die man vorher nie ge­dacht hätte.

Wir können Fer­tilly nur jedem Paar oder Sin­gle­frau emp­fehlen, die durch eine Kin­der­wun­schreise mit künstlicher Be­fruch­tung und/oder In­se­mi­na­tion gehen.

Man muss da nicht al­lein durch!

ÜBER FERTILLY
Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen und dich über Er­folgs­raten und Preise zu in­for­mieren.

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