Chris­tina Klei­nert

Er­fah­rungen mit So­cial Free­zing: In­ter­view mit Sonja

Wann hast Du an­ge­fangen, Dich mit Deiner Frucht­bar­keit aus­ein­ander zu setzen?

“Ich hatte von ganz klein auf immer einen Kin­der­wunsch, kon­kret wurde meine Frucht­bar­keit für mich mit der ersten Pe­ri­oden­blu­tung ein Thema.

Als ich 21 war, wurde bei mir eine En­do­me­triose fest­ge­stellt und ich musste not­ope­riert werden. Spä­tes­tens seit diesem Punkt wurde das Thema “Frucht­bar­keit” für mich re­le­vant. So­cial Free­zing war seitdem immer ein Ge­danke, der in mir aufkam, den ich aber wieder bei­seite schob. Dabei hat aber auch immer schon die Angst mit ein­ge­spielt, wie es um meine Frucht­bar­keit steht.”

Interview mit Sonja

Aus wel­chem Grund hast Du Dich letzt­end­lich für So­cial Free­zing ent­schieden?

“Auf­grund der En­do­me­triose be­stand für mich die Ge­fahr der Un­frucht­bar­keit, wenn meine Zy­klen wei­terhin auf na­tür­liche Weise ab­laufen. Des­halb war meine ein­zige The­ra­pie­mög­lich­keit, die Pille durch­gängig zu nehmen. Das hat auch eine Zeit lang gut ge­klappt.

Nachdem ich bei Fer­tilly an­fing, wurde das Thema “So­cial Free­zing” tag­täg­lich Be­stand­teil meiner Ar­beit. Ich hatte zwar Angst, meine Pille ab­zu­setzen, aber ich dachte mir auch, dass dies die per­fekte Mög­lich­keit wäre, So­cial Free­zing jetzt mit Ende 20 an­zu­gehen, um eine rea­lis­ti­sche Er­folgs­chance zu haben und um mir die Sorge der Kin­der­lo­sig­keit ein Stück weit nehmen zu können.”

Wie lief der Pro­zess ab?

“Am An­fang war es ein ewiges Hin und Her. Ich schwankte zwi­schen großer Panik davor, die Pille ab­zu­setzen und dem Ent­schluss, es ohne zu pro­bieren. Letzt­end­lich habe ich sie ab­ge­setzt und auch re­lativ zeitnah das Erst­ge­spräch in einer Kin­der­wun­sch­klinik wahr­ge­nommen. Dieses war je­doch sehr er­nüch­ternd. Da­mals wurde mir ge­sagt, dass es fast un­mög­lich sei, So­cial Free­zing durch­zu­führen, weil beim Ul­tra­schall keine ein­zige Ei­zelle sichtbar war. Ich stünde da­mals kurz vor der Me­no­pause und müsste meinen Kin­der­wunsch wenn dann jetzt an­gehen. Das passte je­doch da­mals so gar nicht in meine Le­bens­pla­nung. Ich hatte immer ein klas­si­sches Bild vom Kin­der­kriegen im Kopf und wollte au­ßerdem meine Le­bens­um­stände pas­send haben, die aber nicht ge­geben waren.”

“Ich bin wei­nend raus­ge­laufen. Ich konnte das erste Mal nach­voll­ziehen, wie sich Frauen fühlen müssen, die den ab­so­luten Kin­der­wunsch haben, und es nicht klappt. Oder die das Ge­fühl haben ‘hätte ich das früher ge­macht, dann viel­leicht.’

Je­doch fand bei dem Erst­ge­spräch auch eine Blut­ab­nahme statt und ich habe ein paar Tage später er­fahren, dass der Anti-Müller-Hormon-Wert , der Aus­kunft über die Ei­zell­re­serve gibt, im Bezug zum Ul­tra­schall­bild un­ver­hält­nis­mäßig hoch, also gut war. Dar­aufhin bekam ich die Aus­sage, man könne es gerne mit So­cial Free­zing ver­su­chen, aber man konnte mir nicht sagen, wie hoch meine Er­folgs­chancen letzt­end­lich sein würden. Den­noch Ich dachte mir, ich wollte es auf jeden Fall pro­bieren.

Im Juni 2021 star­tete ich dann meinen ersten und ein­zigen Durch­lauf. Da habe ich schnell ein Ziehen be­merkt, das ich aber zu­erst als Pla­zebo ein­schätzte. Der erste Kon­troll-Ul­tra­schall-Termin fiel sehr po­sitiv aus: man sah schon ganz viele kleine Fol­likel. Ich wurde darauf vor­be­reitet, dass sich das zum Ende der Woche stark be­merkbar ma­chen würde.

Ur­sprüng­lich waren zehn Tage Hor­mon­sti­mu­lie­rung vor der Punk­tion, also der Ent­nahme der Ei­zellen, an­ge­setzt. Zum Wo­chen­ende hin ging es mir dann sehr schlimm, was aber ab­solut nicht der Re­gel­fall ist, was ich dazu sagen muss. Beim zweiten Termin für einen Kon­troll-Ul­tra­schall wurde fest­ge­stellt, dass die Fol­likel doch noch nicht so groß waren, so­dass der Punk­ti­ons­termin ver­schoben wurde. Das hat mich sehr be­lastet, auch wenn es da schon sehr er­folg­ver­spre­chend aussah.

Am Tag der Ent­nahme der Ei­zellen war ich schließ­lich ex­trem auf­ge­regt. Von der Punk­tion selbst habe ich gar nichts mit­be­kommen. Als ich wach wurde, stand ich be­reits unter Schmerz­mit­teln.

Dann habe ich die po­si­tive Nach­richt be­kommen, dass ei­nige frucht­bare Ei­zellen ent­nommen werden konnten. Das hat mich total ge­freut.“

Wie er­ging es Dir nach dem Ein­griff?

“Ich habe mich darauf ein­ge­stellt, die Hor­mon­sti­mu­la­tion deut­lich zu spüren. Ich hatte ein paar kör­per­liche Be­schwerden aber psy­chisch ging es mir ganz normal. Nur als die Hor­mone ab­ge­setzt wurden, hatte ich einen kleinen Ab­fall, der aber auch wieder vorbei ging.

Als ich das ganze Thema ab­schließen konnte, fühlte es sich zu­erst total un­rea­lis­tisch an, ge­rade weil ich mit nicht allzu großen Hoff­nungen an die Be­hand­lung her­an­ge­gangen bin. Gleich­zeitig war es eine riesen Er­leich­te­rung. Es war wie ein Auf­atmen, das erste Mal seit Jahren. Dass ich die Ent­schei­dung für ein Kind un­ab­hängig äu­ßerer Fak­toren, welche ich nicht be­ein­flussen kann, treffen kann.”

Wie offen bist Du mit dem Thema in Deinem Fa­mi­lien- und Freun­des­kreis um­ge­gangen?

„Im Kreis meiner Freunde bin ich mit der Be­hand­lung kom­plett offen um­ge­gangen. Ich finde es un­fassbar wichtig, dass bei dem Thema mehr Trans­pa­renz herrscht. Da meine Freunde meine Lei­dens­ge­schichte kannten, haben sie sich un­fassbar für mich ge­freut.

In der Fa­milie habe ich das teils teils an­ge­spro­chen. Es wusste der größte Teil meiner Fa­milie, der aber alles in Frage stellte, weil es für ihn selbst­ver­ständ­lich war, dass junge Frauen Kinder be­kommen können. Aber nie­mand hat ver­sucht, mich davon ab­zu­halten.“

Wie nimmst Du das Thema So­cial Free­zing in un­serer Ge­sell­schaft wahr?

„Ich be­ob­achte bei un­seren Pa­ti­en­tinnen, dass viele schon Mitte oder Ende Dreißig sind, was für So­cial Free­zing schon ziem­lich spät ist. Ich ver­stehe auch, dass das Thema eine Geld­frage ist, da es nicht günstig ist. An­sonsten ist das Thema viel zu wenig in der Ge­sell­schaft dis­ku­tiert. Ich bin viel in den USA un­ter­wegs, dort ist das Thema schon viel nor­ma­li­sierter und es wird offen damit um­ge­gangen.“

In­wie­fern hilft Dir Deine per­sön­liche Er­fah­rung bei den Ge­sprä­chen mit Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten?

“Meine Be­hand­lung war auch für meine Ar­beit ein Wen­de­punkt. Na­tür­lich konnte ich meine Pa­ti­en­tinnen auch vorher schon sehr gut nach­voll­ziehen und mich in ihre Lage ver­setzen. Aber jetzt ver­stehe ich sie noch besser.

Ich spreche  mit meinen Pa­ti­en­tinnen über meine ei­gene Er­fah­rung, wenn ich das Ge­fühl habe, dass es ge­rade passt oder wenn ich da­nach ge­fragt werde. Dann rede ich auch offen und gerne dar­über. Ich kann mir vor­stellen, dass es viel Ver­trauen auf­baut, mit je­mandem zu spre­chen, der den Weg selbst ge­gangen ist.”

Was wür­dest Du einer Frau mit­geben wollen, die sich für So­cial Free­zing ent­schieden hat?

„De­fi­nitiv ein Erst­ge­spräch in einer Kin­der­wun­sch­klinik wahr­zu­nehmen, um den Stand der Frucht­bar­keit testen zu lassen. Die al­ler­meisten Frauen lassen das erste Mal ihre Frucht­bar­keit un­ter­su­chen, wenn sie schon lange ver­geb­lich ver­su­chen schwanger zu werden. Oft ist dann je­doch nicht mehr viel an Hil­fe­stel­lung mög­lich.

Man kann nur eine Ent­schei­dung für oder gegen das So­cial Free­zing treffen, wenn man dar­über in­for­miert ist und über die ei­gene Frucht­bar­keit Be­scheid weiß. Den kennen die meisten Frauen aber nicht. Die Rea­lität ist, dass auch Frauen in ihren Zwan­zi­gern be­reits in die Me­no­pause kommen — selten, aber es kommt vor.

Ich würde mir wün­schen, dass es bei jeder her­an­wach­senden Frau dazu zählt, die ei­gene Frucht­bar­keit un­ter­su­chen zu lassen. Nur so haben junge Frauen die Chance, eine Ent­schei­dung für sich treffen zu können, an­statt sie au­to­ma­tisch ab­ge­nommen zu be­kommen. Ich ver­stehe, dass der Geld­faktor für viele ein Knack­punkt ist. Aber es ist eine In­ves­ti­tion in die Zu­kunft. In die ei­gene und in eine selbst­be­stimmte Zu­kunft.“

Über Fer­tilly

Wir bei Fer­tilly haben es uns zur Auf­gabe ge­macht, Paare (homo- und he­te­ro­se­xuell) und Sin­gles auf dem Weg zur Er­fül­lung ihres Kin­der­wun­sches zu be­gleiten. Dabei ist es uns wichtig Trans­pa­renz im Be­reich der An­ge­bote zum Thema Kin­der­wunsch zu schaffen, In­for­ma­tionen und Wissen zu den Themen Schwan­ger­schaft und Frucht­bar­keit zu ver­mit­teln und Dir und Euch dabei zu helfen, die am besten pas­sende Kin­der­wun­sch­klinik zu finden. Durch Ko­ope­ra­tionen mit erst­klas­sigen Kin­der­wun­sch­zen­tren in Deutsch­land und im Aus­land werden An­fragen über Fer­tilly be­vor­zugt be­han­delt. Somit um­gehen un­sere Pa­ti­en­tinnen und Pa­ti­enten die sonst meist langen War­te­zeiten und kommen schneller an ihr Ziel.

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